Auf dieser Seite können Sie die Chronik (Auszüge) der FFw Groß Dölln lesen.
In einer Aufzeichnung vom 15.Januar 1934 heißt es:
- In der heutigen Versammlung, welche vom Kreisbranddirektor einberufen wurde, wird in Groß Dölln eine Freiwillige Feuerwehr gegründet -. Es traten Kameraden der Wehr bei. In der Versammlung erhielten die Kameraden Wissenswertes über das Feuerlöschwesen und der an sie gestellten Pflichten bei der Ausübung des Dienstes. Nach fälliger Bekanntgabe der Vorschriften wurde die Versammlung durch den Kreisbranddirektor Höpfner geschlossen. Die Wehr war hiermit gegründet.
Die Gründungsveranstaltung fand in der Gaststätte Pastorino statt. Zum ersten Wehrführer wurde der Schmied Karl Schedler durch den Kreisbranddirektor eingesetzt. Es stellte sich aber bald heraus, daß der Kamerad Schedler nicht den Anforderungen der an ihn gestellten Aufgaben und Pflichten war. So wählten die Kameraden der Wehr den Kameraden August Sember zum Wehrführer. Diese Funktion übte er bis zum Jahre 1945 aus.
Bis zur Gründung der Freiwilligen Feuerwehr gab es in Groß Dölln nur eine Pflichtfeuerwehr. Zu dieser Pflichtfeuerwehr gehörte jeder arbeitsfähige bei zu seinem Rentenalter. Bei der Auslösung des Feueralarms durch Tute, Signalhorn oder bei größeren Bränden durch das Geläut der Kirchenglocken, mußte sich jeder Mann im Ort am "Spritzenhaus " einfinden. Leiter der Pflichtfeuerwehr war der Gemeindevorsteher. Für den Einsatz war ebenfalls der Gemeindevorsteher verantwortlich. Wenn es außerhalb der Gemeinde brannte, waren all jene Männer verpflichtet am Spritzenhaus zu erscheinen, die ein Schild mit der Aufschrift "Ein Mann zur Spritze" oder "Ein Mann zum Wasserwagen" in ihrer Wohnung hatten. Das gleiche galt auch für die Pferdehalter, die ebenfalls ein Schild "Ein Pferd zur Spritze" oder "Ein Pferd zum Wasserwagen" hatten. Als Wasserwagen wurde bei Alarm ein gewöhnlicher Ackerwagen genutzt. Auf dem Ackerwagen wurde ein Jauchefaß oder einfache Wasserfässer für den Wassertransport vom Fließ zur Brandstelle genutzt. Als Spritze diente damals bis zum Jahre 1925 eine hölzerne, mit Holzachsen und Holzrädern ausgestattete Handdruckspritze. Erst 1926 wurde von der Gemeinde eine neue eisenbereifte Magirusspritze angeschafft. Diese Spritze war natürlich nur mit einem Pferdegespann zu bewegen und hatte nur eine Handbedienung. Sie existiert noch heute als Museumsstück im Heimatmuseum Kappe.
Arg war es auch um den Zustand der Feuerwehrgerätehäuser im Kreis Templin bestellt. Viele glichen Rumpelkammern, alles mögliche wurde in ihnen abgestellt. So wurde in Ergebnis einer Inspektion von Seiten des Kreisfeuerwehrverbandes auch das Spritzenhaus in Groß Dölln überprüft, danach wurde das Spritzenhaus abgerissen und im Jahre 1938 wurde unser heutiges Gerätehaus mit Turm erbaut. Es war damals einer der größten und modernsten Gerätehäuser in unserem Landkreis.
1938, nach dem Bau des Gerätehauses wurde ein MTW von der Firma Suhr (Zehdenick) vom Typ Ford als Löschfahrzeug eingesetzt. Dieses Fahrzeug war mit einem feuerwehrtechnischen Aufbau und einem Allwetterdeck versehen. Leider ging mit Ende des Krieges auch dieses Löschfahrzeug auf der Flucht verloren. So konnte erst Anfang der 50-er Jahre wieder ein neues Löschfahrzeug in Besitz genommen werden. Dieses Löschfahrzeug wurde aber 1967 wieder vom Kreis eingezogen. So blieb nur ein TSA vollbestückt in Groß Dölln. Erst 1978 bekamen wir wieder ein Löschfahrzeug. Es handelte sich dabei um ein KLF mit Nachläufer vom Typ B1000. Dieses Fahrzeug war aber nicht geeignet für unser Waldgebiet in der Schorfheide. Erst 1990 wurde uns nach vielem Hin und Her ein MTW vom Typ Robur aus dem Bestand der nicht mehr existierenden Zivilverteidigung überlassen.
Die Kameraden unserer Wehr haben besonders in den letzten Jahren viele Einsätze leisten müssen. Die Bekämpfung von Waldbränden war Hauptaufgabe Nummer eins. In den 80-er und in den 90-er Jahren waren die meisten Waldbrände zu bekämpfen. Im Jahre 1994 mußten die Kameraden die meisten Einsätze leisten. Sie wurden mehrmals am Tage oder in der Nacht zum Einsatz gerufen.
Seit 1995 sind wir Mitglied der der Amtsfeuerwehr Templin-Land. Alle Ortsfeuerwehren des Amtes Templin-Land sind in der Amtsfeuerwehr integriert. Aufgrund unseres Territoriums sind wir in die Waldbrandgefahrenklasse A der Oberförsterei Reiersdorf eingeteilt. Dieses ist die zweithöchste Gefahrenklasse.
Im selben Jahr erhielten wir ein TLF 16/25 vom Typ Magirus aus dem Kontingent der Brandenburghilfe, finanziert vom Kreis. Unseren MTW verkauften wir an die Freiwillige Feuerwehr Densow. Aus dem Erlös und weiteren Spenden kauften wir uns einen MTW vom Typ VW.
In den Jahren 1995 bis 1998 war eine unserer Aufgaben das Absichern von Großveranstaltungen auf dem Flugplatzgelände Groß Dölln. Die Erlöse dienten zur ständigen Neubeschaffung von technischen Geräten. Dabei wurde der Haushalt des Amtes Templin-Land sowie das Konto der Feuerwehr geschont. Unter anderem kauften wir ein Schneid- und Spreizgerät, ein Funkgerät, weitere Aggregate, zwei Feuerschutzanzüge und eine neue TS 8 der Firma Ziegler.
1997 begann der langersehnte Umbau unseres Gerätehauses, welcher am 14.03.1998 mit der Einweihung abgeschlossen wurde.
Die Rekonstruktionsmaßnahme wurde zu 100% vom Land gefördert.
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