
Jetzt werden Sie sich bestimmt fragen, was eine Freiwillige Feuerwehr mit Dragster-Rennen zu tun hat. Wenn Sie sich bereits die Chronik und die Einsätze unserer Wehr durchgelesen haben, dann sind Sie schon einige Male auf das Wort Dragster gestoßen. Hier erfahren Sie mehr !
|
Donald Pottier (Frankreich) |
|
| Jet-Funny-Car mit 15.000 PS | ||
| Bei Läufen mit diesem "Wagen" war es irre heiß. | ||
Was ist eigentlich Drag
Racing ?
Drag Racing - das sind vier bis 14 Sekunden dramatische Action, begleitet
von einigen Minuten der Vorbereitung an der Startlinie und einer für die
Teams schier endlos erscheinenden Wartezeit in den "Staging Lanes".
Was nur wenige sehen: Zwischen den einzelnen Läufen geht das Rennen
weiter, und zwar an den Boxen. Die Teams checken ihre Fahrzeuge komplett
durch, was je nach Klasse von einer Prüfung der Zündkerzen und des
Reifendrucks über Nachstellen von Ventilen und Zündung bis hin zur
kompletten Demontage des Motors bei den Top Fuel Dragstern reicht.
Jeder technisch Interessierte sollte sich einmal die Zeit nehmen und an
einer Box verfolgen, wie innerhalb von zwei Stunden sämtliche Teile des
Motors bis hin zu Pleuel und Kolben demontiert werden, die Kupplung
zerlegt und alles mit neuen Teilen wieder zusammengesetzt wird.
Und dann kommt meist schon der Aufruf zum Vorziehen an den Vorstart. Dort
ist erst einmal die Devise: Reifen anwärmen und Gummi auf die Strecke
bringen. Beides wird erfüllt durch den Burnout, der in den großen
Klassen bis weit über die Startlinie geht. Anschließend versuchen die
Teams, das Fahrzeug so einzuweisen, daß es möglichst genau in der frisch
gelegten, klebrigen Spur steht.
Mit dem Grünlicht beginnt die Arbeit der Zeitnahme-Anlage, zunächst wird
die Reaktionszeit gemessen (also die Zeit zwischen "grün" und
dem Verlassen der Startlichtschranke), dann Zwischenzeiten bei 60 Fuß
(ca. 18 Meter) und der Achtelmeile (201,17 Meter) sowie der Laufzeit (E.T.)
und die Endgeschwindigkeit. Reaktionszeit und E.T. zusammen ergeben den
Zeitrahmen zwischen dem Grünlicht an der Ampel und der Zieldurchfahrt,
angezeigt und in den Rekordbüchern vermerkt wird aber immer nur E.T. (Elapsed
Time).
In der Qualifikation ist eine gute E.T. wichtig als Basis für die
Setzliste (das "Flowchart"). aber am Renntag zählt dann nur
noch eines: Wer als erster die Ziellinie überquert, gewinnt den Lauf und
kommt in die nächste Runde.
Trotz aller High-Tech-Fortschritte wie elektronischer Datenerfassung,
Windkanal-gestylten Karosserien und den immer komplizierter werdenden
Motoren gibt einer am Ende den Ausschlag: Der Fahrer, sein Gefühl, seine
Reaktionszeit und seine Fähigkeiten bringen den entscheidenen Vorteil in
diesem klassischen Kampf zweier Männer (oder Frauen) und ihrer Maschinen.
Er (oder sie) ist es, der am Ende einen 4000 PS-Boliden zum strahlenden
Sieger macht oder zum Verlierer des Tages.